Verarbeitungshinweis Hartpanzerdrähte

1. Auswahl des Grundmaterials

Es können fast alle schweißbaren Metalle beschichtet werden, die eine eigene Schmelztemperatur über 1300°C haben. Hochlegierte Manganstähle sind nicht schweißbar. Unter Beachtung der allgemeinen Bedingungen können auch Gußkörper und bedingt sogar Hartgußkörper hartgepanzert werden. Auf rostfreien Stoffen ist allerdings ein Vorpulvern mit dem Metallspritzpulver TECHNOPOUDRE MB40 Voraussetzung. Allerdings empfehlen wir diesen Vorgang auch bei herkömmlichen Stählen. Die Auftragung lässt sich dann leichter und gleichmäßiger aufbringen, weil eine Oxydation des Grundmaterials vermieden wird.

2. Vorbereitung

Das Grundmaterial soll vor dem Auftragen metallisch sauber sein. Dies geschieht am besten durch eine Handschleifmaschine (Winkelschleifer), oder durch Sand– strahlen und anschließendem überschleifen. Polierte Flächen sind nicht von Vorteil. Zu panzernde Kanten müssen gut gebrochen sein (2–3mm), damit an diesen Stellen eine dicke Beschichtung entsteht, und ein Verbrennen des Grundmaterials durch Hitzestau vermieden wird.

3. Vorpulvern

Um ein Oxidieren der geschliffenen Flächen während des Auftragens zu vermeiden, und um die Passivschicht bei rostfreien Stählen zurückzuhalten, sollten diese Flächen mit dem Ni–Cr Pulver TECHNOPOUDRE MB40 folgendermaßen abgedeckt werden:

  • Grundmaterial auf 250 – 300°C vorwärmen, Anlaßfarbe strohgelb bis blau
  • Das Pulver mit einem Pulverspritzbrenner aufspritzen (nicht einschmelzen)

Dies geschieht am besten mit dem Gasschweißbrenner TECHNO – KIT.

4. Auftragen

Die Schmelztemperatur des Drahtes (aber nicht der Wolframkarbide) entspricht der Schmelztemperatur des Pulvers TECHNOPOUDRE MB 40 und liegt bei ca. 1000 – 1050°C. Das Grundmaterial sollte im direkten Schweißbereich auf ca. 700 – 800°C mit dem Brenner erhitzt werden. An der Anfangskante wird dann die Temperatur erhöht, bis das aufgespritzte Pulver zu schmelzen beginnt. Hieran kann die Temperatur sehr zuverlässig während des gesamten Auftragens kontrolliert werden. Nun wird der Schweißdraht an das Werkstück herangeführt, und die Brennerflamme auf die Spitze des Drahtes gerichtet um den Draht abzuschmelzen. Mit der Position von Flamme und Brenner kann ständig die richtige Temperatur ausgeregelt werden. Der Schweißdraht kann, je nach Bedarf in Bahnen von ca. 10 – 30mm aufgetragen werden. Die durchschnittliche Auftragsdicke pro Arbeitsgang beträgt ca. 2 – 5mm. Eine mehrlagige Beschichtung ist ohne Probleme durchzuführen, allerdings ist dies nur bei wenigen Anwendungen erforderlich.

5. Arbeitsweise

Gasart: ausschließlich Acetylen/Sauerstoff
Gasdruck: 0,6 bar
Flamme: große, grünlich-blaue Flamme mit leichtem Gasüberschuß
Schmelzbad: groß und gleichmäßig
Arbeitsrichtung: Brenner in der rechten und Draht in der linken Hand von rechts beginnend nach links vorarbeiten

6. Nacharbeiten der Auftragung

Ein Nacharbeiten der Auftragung ist nur schwer möglich. Hier kann nur mit speziellen Schleifscheiben geschliffen werden. Spanende Bearbeitung ist nicht mehr möglich.

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